Methodik beim AK Feldflur

Tierstimmenrekorder und Software zur Auswertung

Zur Untersuchung/Messung der Artenvielfalt, der Biodiversität, untersucht man das Vorkommen bestimmter Indikatororganismen. Das können z.B. sein: Pflanzen, Käfer, Ameisen, Schmetterlinge, Spinnen oder Vögel. 


Besonders über Vögel liegen viele Beobachtungsergebnisse vor und sie sind oft, auch ohne Fang, leichter zu erfassen als Vertreter anderer Organismengruppen. Durch ihre charakteristischen Rufe und Gesänge können sie auch dort erkannt werden, wo man sie, z.B. in dichtem Laub oder bei Dunkelheit nicht sieht.

 
Seit etwa 20 Jahren gibt es xeno-canto, eine Plattform mit Datenbank auf der inzwischen über eine Million Tierstimmenaufzeichnungen (hauptsächlich Vögel, aber auch Amphibien u.a.) erfasst sind.

Sonogramme

Bei xeno-canto sind nicht nur die Stimmaufzeichnungen erfasst, sondern auch die Sonogramme der Rufe und Gesänge. In Sonogrammen werden die Frequenzen der Töne gegen die Zeit aufgetragen:

Sonogramm eines Amselgesangs
Sonogramm eines Amselgesangs
Sonogramm Amselrufe
Sonogramm Amselrufe
Flugrufe von Kranichen
Flugrufe von Kranichen

Sonagramme sind gewissermaßen die akustischen Fingerabdrücke der verschiedenen Vogelarten.

Auswertungssoftware

Solche Muster lassen sich auch bei der Auswertung aufgezeichneter Vogelstimmen erkennen. Dazu benötigt man neben einem Tierstimmenrekorder eine Auswertungssoftware die mit Hilfe von KI-Modellen die Töne und Geräusche nach Vogel- oder anderen Tierstimmen (Fledermäuse, Frösche…) durchsucht.

 

Die Modelle erhält man durch die Einspeisung möglichst vieler Sonagramme der verschiedenen Arten z.B. aus xeno-canto. Die Qualität der Stimmerkennung hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert, ist aber noch immer fehlerbehaftet, so dass eine Überprüfung der Ergebnisse notwendig ist. (Gilt besonders auch für Mobile Phone Apps wie Merlin Bird ID u.a. !)

 

Vorteile der Methode: Man kann Vorkommen von Arten zu Tages- und Nachtzeiten (auch Zugvögel und Zugzeiten) erfassen, verschiedene Standorte und Lebensräume vergleichen, und Veränderungen über Jahre hinweg dokumentieren.


Armin K. hat Tierstimmenrekorder gegenwärtig u.a. im Grenzhofgebiet sowie in einem Waldrand-Acker-Gebiet bei Ochsenbach aufgehängt. Tierstimmenrekorder wurden und werden auch bei der Kleineulenkartierung in den Wäldern um Heidelberg verwendet. 

 

Software zur Auswertung:

Chirpity (https://chirpity.net/) von Matthew Kirkland

Chirpity Demo: https://www.youtube.com/watch?v=5_37FMPRkwY

 

Quellen für weitere Informationen:

https://www.wildlifeacoustics.com/ 
Bezugsquelle in Deutschland: https://www.orniwelt.de/

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 04.04.2026 (MP)